Veliko Tarnovo

Die Stadt Veliko Tarnovo befindet sich nördlich des Balkangebirges an den Hängen der gleichnamigen Anhöhe. Das malerische Becken zwischen der Donau und dem Balkangebirge, indem sie sich befindet, wird von Gebirgskämmen und Höhenzügen umgeben, die allmählich abfallen und die Ebene erreichen. Der Fluss Yantra hat sich in dieses Becken eingeschnitten, wobei er bei seinem Eintritt im Süden und seinem Verlassen im Norden zwei schöne Schluchten gebildet hat. Der thrakische Name dieses langen Flusses ist Yatrus (schnell fließend) und der slawische Etar. Die mittelalterliche Stadt befand sich auf den Hügeln Zarevets, Trapezitsa, Momina krepost (Mädchenfestung), Sveta gora (Heiliger Berg) und dem heutigen Wohnviertel Assenov entlang des Flusses Yantra. Unterhalb des südöstlichen Turmes von Zarevets befand sich das Viertel der ausländischen Händler Frank Hisar und unmittelbar am Fluss waren die Wohnhäuser des ärmsten Teils der Einwohner der mittelalterlichen Hauptstadt.

Vom 10. Februar bis 16 April 1879 kamen die Delegierten der Ver-fassungsgebenden Versammlung in der Stadt zusammen, um die Tarnovoer Konstitution, das erste Grundgesetz des freien Bulgarien anzunehmen. 1963 öffnet auf dem Hügel Sveta gora die Velikotarnovoer Universität Hl. Hl. Kyrillos und Methodios ihre Tore, der Nachfolger der 1371 gegründeten Literarischen Schule von Euthymios.


Auf dem Hügel Zarevets erstreckte sich die Hauptfestung des mittelalterlichen Tarnovo und in ihrem Zentrum standen der Zaren- und der Patriarchenpalast. Den Forschern nach sei dieses Der Altar des Zweiten Bulgarischen Reiches. Der Patriarchenkomplex stellt mit seiner stabilen, umgebenden Festungsmauer und seinem Haupttor im Westen ein eigenständiges Architekturensemblee dar. Er befindet sich im höchsten Teil von Zarevets, bekannt auch als Chan tepe (Glockenhügel). Auf dem zentralen Platz im Komplex steht die patriarchale Kirche Hl. Spas (Christi Himmelfahrt).

Trapezitsa, der zweite Teil des hauptstädtischen Tarnovo, ist aus den Quellen als Die prächtige Stadt oder Stadt Trapezitsa bekannt. Der Hügel Trapezitsa befindet sich an der rechten Uferseite des Yantraflusses, nordwestlich von Zarevets. Er stellt eine natürliche Festung dar, die von ihren drei Seiten vom Fluss begrenzt wird. Vor langer Zeit ragten auf den steilen Felsen hohe Mauern mit Schießscharten und Türmen empor. Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. wurden insgesamt 17 Kirchen entdeckt. Ein weiterer Hügel ist die Momina krepost (Mädchenfestung). Zusammen mit Zarevets war sie während des 5. – 6. Jh. eine bedeutende frühbyzantische Festung. Am Fuße des Westhanges wurde im 14. Jh. das Viertel des mittelalterlichen Tarnovo geschaffen, das wahrscheinlich als Erweiterung der unteren Stadt entstand.

Der Hügel Sveta gora (Heiliger Berg) erhebt sich südlich von Zarevets. Während des 12. – 14. Jh. war es ein kulturelles und geistiges Zentrum des gesamten europäischen Südostens. Man gab ihm diesen Namen in Anlehnung an die orthodoxe Klostergemeinschaft Der Heilige Berg Athos. Zur Zeit des Ivan Äsen II. wurden hier mehrere Klöster gebaut, von denen das Kloster Hl. Maria Hodegetria (Wegweisende) das größte ist. Die Begründer der berühmten Literarischen Schule von Tarnovo, wie Theodosius von Tarnovo, Patriarch Euthymios und deren Nachfolger haben genau an diesem Ort geschaffen.

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