Varna

Varna entstand während des 6. Jh. v. Chr. entlang der ausgedehnten Bucht amphitheaterartig als antike griechische Kolonie mit dem Namen Odessas (Ort am Wasser). Unter dem Namen Varna wird sie im 8. Jh. erwähnt.

Die Stadt ist die größte Ansiedlung am; bulgarischen Schwarzen Meer, befindet sich 130 km nördlich von Burgas und 470 km von Sofia. Westlich erstreckt sich der Varnensko ezero (Varna-See), der eine große Bedeutung für den Transport darstellt. Varna ist eine sehr belebte Hafenstadt, schon in der Antike unterhielt sie Handelsbeziehungen mit Venedig und Genua. Nach 1366 trat der bulgarische Zar Ivan Alexander die Stadt an Dobrotitsa, den Herrscher von Dobrudzha ab, der sie zu seiner Hauptstadt machte. 1389 wurde sie von den Türken eingenommen und verfiel allmählich. Der Name der Stadt ist mit dem polnischen König Wtadystaw III Warnenczyk verbunden, der 1444 hier im Kampfe fiel.

 

Als Hafen- und Handelsstadt für die nördlichen Gebiete des Balkangebirges verlor sie nicht an ihrer früheren Bedeutung. Nach der Befreiung von der türkischen Fremdherrschaft wurde sie eines der Kulturzentren des Landes, hier wurde eine Gesellschaft für Medizin gegründet, eine Museumssammlung geschaffen, es öffneten sich die Türen einer Reihe von Buchhandlungen und Verlagen.

In Varna werden über 150 kulturhistorische Denkmäler aus den unterschiedlichsten Epochen verwaltet. Hier gibt es das einzige auf dem Balkan befindliche Museum über die Geschichte der Medizin. In Varna wurde die länste Brücke Bulgariens gebaut, die Asparuh-Brücke. Sie verbindet die Stadt mit den Wohnvierteln Asparuhovo und Galata. Nach einem Wiener Modell wurde das Dramatische Theater (1856) errichtet. Unter den interessantesten touristischen Objekten im Meeresgarten sind das Planetarium (1966), das den Namen von Nicolaus Copernicus trägt, das Delphinarium, das Aquarium (1932) und das Sommertheater. Am Haupteingang des Meeresgartens befindet sich der Festival-Komplex, eine moderne multifunktionale Einrichtung.

Die Stadt ist Metropolitanzentrum (Erzbischofszentrum). Die Kirchen wurden mit den charkteristischen keramisch-plastischen Verzierungen gebaut, von denen die Überreste von drei entdeckt wurden, Hl. Athanassios, Hl. Georg und Hl. Theodor Tiro. Ein Wahrzeichen für Varna ist die Kathedrale HI. Gottesgebärerin (Maria). Sie ist nach der Hram-pametnik (Gedächtniskirche) Alexander Nevski in Sofia die zweitgrößte Kathedrale bei uns und wurde zu Ehren der Befreiung Bulgariens von der türkischen Fremdherrschaft errichtet. Der Grundstein für das Bestehen des Archäologischen Museums legte am 11. Juni 1906 eine Gruppe von Lehrern des Jungengymnasiums von Varna und Vertreter der Öffentlichkeit im Mädchengymnasium. Im Museum werden über 100Tausend Ausstellungsstücke aufbewahrt, das sind Zeugnisse vergangener Epochen aus der Region.

Das Museum der Seestreitkräfte, geschaffen vom großen Gelehrten Karel Skorpil 1923, zeigt Ausstellungsgegenstände und die Geschichte der Kriegs- und der Handelsflotte Bulgariens ab 1878. Die Freilichtausstellung im Museumspark erstreckt sich auf einer Fläche von 3 000 Quadratmetern. In seinem Fundus sind Fotos und Dokumente unserer Seestreitkräfte, der bulgarischen Handelsschifffahrt, des Schiffsbaus, des Hafens, des Seesport, sowie Kunstwerke mit Seefahrtsthematik zu sehen.

Sehr besucht sind das Museum für maritime Wirtschaft, das Museum der Wiedergeburt, das Ethnographische Museum, das Museum für Tourismus, das Park-Museum Wtadystaw III Warnericzyk, in dessen Nähe auch ein thrakisches Hügelgrab aus,dem 4. Jh. V. Chr. entdeckt wurde.

In der Umgebung von Varna befinden sich die Anhöhe Dzhanavar (Berg der Geister) mit Überresten einer einschiffigen frühchristlichen Basilika, Petrich Kaie (Steinfestung), eine der bekanntesten im Mittelalter, der Palast Evksinograd. Dort findet man auch das aus dem Mittelalter datierende Aladscha Kloster, das bekannteste Höhlenkloster an der bulgarisehen Schwarzmeerküste. 17 km westlich der Stadt gibt es die Pobiti Kamani oder Dikilitash (Steinerner Wald). Das sind Felsphänomene, die Felssäulen ähneln und gespickt mit Überresten von Muscheln, Meeresschnecken u.a. verstreut in sandigem Gelände emporragen.

6 km südlich von Varna, am südlichsten Punkt der Varnaer Bucht ragt das Kap Galata ins Meer. Es hat eine Steilküste mit günstigen Felsgebilden zum Meeresangeln.

Das gesamte Territorium entlang des Meeresufers wird von einer Kurortzone umfaßt, einschließlich der Kurortkomplexe Hl. Konstantin und Goldstrand.

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