Targovishte

Die Stadt ist Landesregionszentrum, befindet sich 339 km nordöstlich von Sofia, 41 km westlich von Shumen, 25 km nordwestlich von Veliki Preslav und 100 km nordöstlich von Veliko Tarnovo. Sie liegt am Fuße des Preslavgebirges an beiden Ufern des Flusses Varna.

Nach Aussage der Archäologen sei die Region schon seit der frühes-ten Antike bewohnt gewesen, von denen Ausgrabungen bei dem Dorf Ovcharevoaus dem 5-4. Jahrtausend v. Chr. Zeugnis ablegen.

Festung Misionis

Die Festung Misionis befindet sich 7 km südwestlich von der Stadt in Gebiet Parka. Sie datiert aus der frühbyzantischen Periode und dem Mittelalter. Anfangs wurden Festungsüberreste von Festungsmauern mit Türmen, Basiliken und einer frühbulgarischen Siedlung entdeckt, die sich auf einer Fläche von 19 Dekar erstreckten. Später fand man eine ganze mittelalterliche Stadt, ein Handels – und geistlichchristliches Zentrum, das ab Beginn des 4. Jh. bis zum Ende des 14. Jh. existierte. Deren Befestigung umfasste eine Fläche von 120 Dekar und während ihrer Blütezeit nahm sie etwa 700 Dekar ein. Die Stadt verfügt über eine reiche Geschichte, fast 10 Jahrhunderte spielte sie eine Schlüsselrolle im Handel, sowie bei der Verteidigung von Veliki Preslav, und Veliko Tarnovo. Der Kartograph Al-ldrisi schrieb über sie, dass sie eine mächtige, antike und blühende Stadt mit reich bevölkerten Märkten und einem Überfluss an Naturreichtümern sei. Während der osmanischen Eroberung wurde Misionis in Brand gesteckt und deren Bevölkerung getötet oder versklavt.

Im 16. Jh. auf dem heutigen Standort von Targovishte entstand die Stadt Eski Cuma, die durch seine Eski-cuma-Messe bekannt wurde. Hier wurden Waren aus der ganzen Welt gehandelt, Händler aus weit entfernten Ländern kamen und die Handwerker boten genial gefertigte Waren an. Mit den Jahren erblühte der Ort, das auch seine kulturelle Entwicklung bestimmte.

Im Jahre 1863 war der Bau der neuen örtlichen Schule abgeschlossen, die auch unter dem Namen Slaveykov-Schule bekannt ist. Sie wurde von den Baumeistern Dimitar Sergyuv und Usta Gentcho Kanev im europäischen Stil errichtet und als eines der sehenswürdigsten Gebäude der Stadt zu dieser Zeit bezeichnet. An diesen Ort lehrten Spyridon Gramadov und Petko Slaveykov, von dem auch der Plan für die architektonische Innenausstattung des Gebäudes stammt. Hier beginnt Slaveykov mit der Redaktion der Zeitung Gayda (Dudelsack).

Heute befindet sich in diesem Gebäude das Historische Museum von Targovishte, das über einen reichen Fundus von über 30 000 Einheiten verfügt, die die Geschichte der Region von der Jungsteinzeit (7 Jahrtausende v. Chr.) bis in die Gegenwart widerspiegeln. Unter den Exponaten kann der Besucher Jungsteinzeit-Keramik, Werkzeuge aus Stein, Feuerstein, Knochen, Hörn und Kupfer, thrakische Waffen, Meisterwerke der thrakischen Kunst, so die Bronzematrixe zur Verzierung auf Bechern, einzigartige chirurgische Instrumente aus dem Grabmal in der Nähe des Dorfes Lyublen, dem Gott Apollon gewidmete Gedenktafeln und den Thrakischen Reiter aus der Heiligenstätte nahe des Dorfes Draganovets, Steinbildhauerei aus der römischen Periode u.v.a.

/en/

 

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