Shumen

Shumen befindet sich am südöstlichen Fuße des Shumener Hochplateaus 90 km westlich von Varna, 115 km südöstlich von Russe und 40 km östlich von Targovishte. Über Jahrhunderte war sie die Wiege einer reichhaltigen geistigen und materiellen Kultur, der thrakischen, der römischen, der byzantischen und der bulgarischen. In der Nähe von Shumen befinden sich die ersten beiden Hauptstädte des Ersten Bulgarischen Reiches, Pliska und Preslav, sowie die Kultstätte Madara. Eine besonders aktive Kultur- und Bildungsaktivität entfaltete sich während des Goldenen Zeitalters von Bulgarien, als die Stadt sich wahrscheinlich Simeonis nannte. Es gibt einige Hypothesen zur Namensgebung von Shumen. Laut der einen stamme dieser vom Namen des Zaren Simeon der Große: Simeonis – Shimeonis – Shumen. Eine andere geht von dem Wort shuma (Rauschen) yashumena mestnost (rauschende Gegend), d.h. beforstete Gebiete mit vielen Wäldern.

In der Zeit des Ersten Bulgarischen Reiches, als beeindruckende bulgarische Hochburg, wurde Shumen Bestandteil des altbulgarischen Festungssystems zum Schutz der Hauptstädte Pliska und Preslavvor Eindringlingen. Während des Zweiten Bulgarischen Zarenreiches (12. – 15. Jh.) wandelte sich Shumen zu einer wahren mittelalterlichen Stadt. Im 17. -19. Jh. war sie Zentrum des Handels und Handwerks mit ausgiebigem kulturellem Leben. Hier wurde 1828 die erste Mädchenschule unter kirchlicher Obhut gegründet und 1856 die erste Klassenmädchenschule und eines der ersten chitalishte (Lese- und Kulturzentren) eröffnet. Es wurden eine der ersten dramatischen Werke verfasst, wie Michal Mishkoed von Sava Dobroplodni (1853) und die Kurzgeschichte Neshtastna familiya (Eine elende Familie) von Vasil Drumev (1860). Nach der Befreiung (1882) wurde mit Hilfe tschechischem Kapital die erste Bierbrauerei in Bulgarien errichtet.

Das Regionale Historische Museum beherbergt über 150 000 Museumseinzelstücke in acht Sälen. Die Ausstellung zeigt die mannigfaltige Geschichte der Region von der Antike bis zum Ende des 19. Jh. Es besitzt eine reiche Sammlung an Ikonen, Münzen, Siegel und Metall-Plastiken, die im Saal Schatzkammer exponiert sind. Hier ist ein thrakisches Hügelgrab aus dem 4. Jh. v. Chr. zu sehen, das einzige präsentierte in einem Museum auf der Balkanhalbinsel.

Sehenswürdigkeiten von Shumen sind die Häuser-Museen Dobri Voinikov, Panayot Volov, Lajos Kossuth, der Museumskomplex Poncho Vladigerov, Kurshum cheshma (Geschoss-Trink-brunnen, 1744), der Uhrturm (1740), das Museum für Büffel-und Pferdezucht, Kazandzhiyskata ulitsa (die Kupferschmiedstrasse), die Kirche Hl. Himmelfahrt(1829), das Besistian (orientalische Markthalle), das für die Bedürfnisse der Händler von Dubrovnik im 16. Jh. errichtet wurde u. a.

3 km nordwestlich der Stadt befindet sich die mittelalterliche Festung von Shumen. Sie erstreckt sich auf dem höchsten östlichen Teil des Shumener Hochplateaus. Sie entstand schon während des 12. -11. Jh. v. Chr. an diesem natürlich befestigten Standort und existierte fast ohne Unterbrechung bis 1444 n. Chr. als deren Bewohner sich allmählich auf den niedrigeren Hängen und im Flachland ansiedelten. Bei Ausgrabungsarbeiten wurden Überreste einer thrakischen Siedlung, eine römische und byzantinische Festung mit Spuren von Basiliken, Wohnbauten, Türmen u.a. entdeckt.

Das Denkmal Die Gründer des Bulgarischen Reiches wurde zu Ehren des 1 300 jährigen Gründungsjubiläums des Bulgarischen Reiches errichtet. Es wurde am 28.11.1981 eröffnet und ragt auf einer Anhöhe in 450 m ü. NN empor. Das Monument gibt die kulturelle und soziale Entwicklung des Bulgarischen Reiches zwischen dem 7. -10. Jh. wieder. Die Entstehung und Bestätigung des Ersten Bulgarischen Reiches wird mittels Abbildungen und Symbolen dargestellt, interpretiert ) von den drei Kunstarten Skulptur, Architektur und Mosaik.

Die Moschee Serif Halil Pasa, bekannter als Tumbul-Moschee (oder Tombul-Moschee), ist der größte in unserem Land und der zweitgrößte funktionierende moslemische Sakralbau auf der Balkanhalbinsel. Sie befand sich früher im Stadtzentrum von Shumen, jedoch infolge der Verschiebung des zentralen Stadtkerns steht sie jetzt am südwestlichen Stadtrand. Der Bau begann 1740 und wurde 1744 abgeschlossen. Sie beherbergte 3 Schulen, d.h. die Grundschule, das Knabengymnasium und die Madrasa. Der Name des Baues Tumbul (Gedrungener) kommt von der gedrungenen Kuppelform. Der Garten der Moschee ist durch die Form der Gewölbe vor den zwölf Zimmern, die ihn umgeben als Arkade bekannt. Das Minarette hat eine Höhe von 40 m.

/en/

 

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