Razgrad

Razgrad befindet sich am Fluss Beli Lom (Weiße Lom) im östlichen Teil der Donautiefebene mitten im Hochplateau von Ludogorie (wörtlich übersetzt Verrückter Wald). Sie wird als die Hauptstadt von Ludogorie (türk. Deliormana) bezeichnet. Sie befindet sich 375 km nordöstlich von Sofia, 66 km südöstlich von Russe und 50 km nordwestlich von Shumen.

Razgrad ist der Nachfolger des römischen Stadt Abrittus. Auf den Überresten der von Eindringlingen zerstörten nachfolgenden byzantinischen Stadt entstand die mittelalterliche bulgarische Siedlung Hrazgrad (Hrizgrad). Laut einer Deutung stamme der Name Razgrad von Hras (Kreuz, Festungswehranlage), vom Namen des Herrschers Hras oder von Hrasate (Vladimir), Sohn von Boris I.

Razgrad ist ein Bildungs- und Kulturzentrum. Während der Zeit der Wiedergeburt war die erste bulgarische Poetin – Stanka Nikolitsa Spas-Elenina Lehrerin in der Stadt. Während des Jahres 1904 wurde der Musikverein Zhelezni Struni (Eisensaiten) und 1922 das Städtische Sinfonieorchester gegründet.

Eine Sehenswürdigkeit der Stadt ist der Uhrturm, der von Usta (türk. Meister) Todor Tonchev aus dem tetevener Dorf Durcha im Jahr 1764 erbaut wurde. Über ihn schrieb der dänische Ingenieur Garsten Niebuhr 1767: „Seit Ägypten, Indien, Arabien, Persien und durch die gesamte Türkei von Bursa bis zum Balkan hin hob ich nicht eine einzige Stadtuhr auf einem Turm angetroffen, endlich hier in Razgrad fand ich solch einen”

Momina cheshma (Jungfernbrunnen) ist das Symbol der Stadt. Er wurde nach 1885 errichtet. Die Frauengestalt mit den idealen anatomisehen Proportionen, mit der sich entblößenden Brust, dem leicht geneigten schüchternen Blick zu den Wassertüllen und auf ihrer rechten Schulter eine Hydria tragend ist die einzige in Bulgarien.

Die große Moschee Ibrahim Pasta ist eine der größten und schönsten bei uns. Deren Bau begann etwa 1530-1535 unter Führung des Großvisirs Ibrahim Pasha. Im Jahre 1616 wurde sie vom ortsansässigen Feudal Mahmud Pasha fertig gestellt. Bei seinem Besuch der Stadt schrieb der bekannte türkische Reisende Evliyä Celebi, dass die Ibrahim – Moschee die großartigste in ganz Rumelien sei.

Das Gebäude des Sprachengymnasiums ist ein Architekturdenkmal in Massivsteinbauweise, mit gotischer Spitze und treppenförmigem Giebel. Das Projekt ist ein Werk des österreichischen Archtikten Friedrich Grünanger.

Das Mausoleum für die russischen Soldaten (das Russische Denkmal) ist eines der ersten bei uns und wurde mit freiwilliger Hilfe der Ortsbevölkerung im österreichisch-ungarischen Stil errichtet.

Im Ethnographischen Museum wird auf einer Ausstellungsfläche von 150 Quadratmetern die traditionelle geistige Kultur der ortsansässigen ethnographischen Gruppe, der Kapantsi gezeigt. Sie befindet sich in einem restaurierten Haus aus dem 19. Jh. mit einer wunderschön angelegten Gartenanlage.

/en/

Facebook Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Ein wertvolles Nachschlagwerk für einen sehr breiten Leserkreis