PLOVDIV

Plovdiv liegt im Westteil der Oberthrakischen Tiefebene an beiden Flussufern der Maritsa und auf 6 einzigartigen Syenithügeln (Tepe). Sie befindet sich 132 km südöstlich von Sofia, 37 km östlich von Pazardzhik, 20 km nördlich von Asenovgrad und 58 km südlich von Karlovo entfernt. Die ältesten Bewohner dieses Landstriches waren aus der Neusteinzeit, der Kupfersteinzeit und Bronzezeit. Später während des 1. Jahrtausend v. Chr. gründeten rund um die drei östlichen Hügel (Djambaz Tepe, Taksim Tepe und Nebet Tepe) die Thraker die antike Siedlung Eumolpia. Im Jahre 342 v. Chr. wurde die Stadt von Philipp II. von Makedonien erobert, in Philippoupolis umbenannt und zur Festung umgebaut. Später (im 3. – 1. Jh. v. Chr.) war die Stadt, die nun den Namen Pulpudeva trug, den ständigen Überfällen der Kelten ausgesetzt. Ab dem 1. Jh. fiel sie unter römische Herrschaft und wurde rasch zu einem wichtigen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Zentrum der Provinz Thrakien. Es entwickelte sich zusehends und erstreckte sich über drei Hügel, weshalb die Römer ihr den Namen Thrimonzium gaben.

 

Ende des 6. Jh. mit dem Erscheinen der Slawen wurde sie Puldin (von Pulpudeva) genannt. Im Jahre 815 schließt sie Khan Krum in die Ländergrenzen des Ersten Bulgarischen Reiches ein. Von diesem Zeitpunkt an bis zum Fall unter türkische Fremdherrschaft wechselt Plovdiv (nun mit diesem Namen) ständig entweder in bulgarische oder in byzantinische Hand. 1364 nahmen die Osmanen die Stadt ein und nannten sie Filibe. Sich im tiefsten Hinterland des riesigen Osmanischen Reiches befindend, verlor die Ortschaft seine strategische Bedeutung und verfiel allmählich. Erst in der Zeit der Wiedergeburt gewann Plovdiv seine Positionen als großes Wirtschaftsund Kulturzentrum wieder zurück. Nach der Befreiung von der Osmani-schen Fremdherrschaft wurde Plovdiv die Hauptstadt von Ostrumelien. Am 6. September 1885 erfolgte hier die Proklamation der Vereinigung des Fürstentum Bulgarien und Ostrumelien.

Jährlich findet die Internationale Plovdiver Frühjahrs- und Herbstmesse statt, eine Art Fortsetzung der Ersten bulgarischen Ausstellung von 1892. Plovdiv ist ein großes Kulturund ßildungszentrum. Sie ist Gastgeber von Opern-Theater- und Puppenvorstellungen, zahlreicher Konzerte und künstlerischer Darbietungen, von traditionellen Festivals, Ausstellungen, Biennalen und noch vieler weiterer kultureller Veranstaltungen. In der Stadt gibt es eine Universität und andere Hochschulen.

Das Antiktheater wurde zu Beginn des 2. Jh. während der Zeit des Imperator Trajan (53-117) erbaut und existierte bis zum 5. Jh., als es bei einem Überfall auf die Stadt dem Feuer zum Opfer fiel. Es war eines der bedeutendsten öffentlichen Gebäude der damaligen Stadt, durch seine Architektur eine unverwechselbare Re-präsentativität und Herrlichkeit abzeichnend. Es konnte zwischen 5 und 7 Tausend Zuschauer aufnehmen. Die Szene (zentrale Spielfläche) war mit Friesen, Gesimse und Statuen dekoriert. Die Überreste des Theaters wurden bei Ausgrabungsarbeiten in den Jahren 1968-1979 entdeckt. Vom amphitheaterartigen Theatron haben noch 20 der 28 Sitzreihen überdauert. Heute ist das Antiktheater (teilweise wiederhergestellt, mit ca. 3 500 Sitzplätzen) in Bulgarien eines der attraktivsten Kulturmittelpunkte von Freilichtaufführung.

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