Vidin (№ 13 Museum – Festung Baba Vida)

Vidin ist der erste große Binnenhafen entlang des Flussstromes Donau und befindet sich im nordwestlichsten Teil Bulgariens etwa 200 km nordwestlich von Sofia und 30 km zur Grenze mit Serbien. Die Stadt entstand auf dem alten Standort der antiken keltischen Siedlung Dunonia (erhöhte und befestigte Ansiedlung). Später errichteten die Römer eine Festungsstadt mit dem Namen Bononia, die Bulgaren nannten sie Bdin (Badin) und die Griechen während der byzantinischen Zeit – Vidini. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jh. war sie Hauptstadt des vidiner Fürstentums, jedoch ihre höchste Blütezeit erreichte sie während der zweiten Hälfte des 14. Jh. als Hauptstadt des vidiner Zarenreiches von Ivan Sratsimir (von 1364 bis 1396).

Im Verlauf der osmanischen Herrschaft war sie ein wichtiges administratives und wirtschaftliches Zentrum, hielt Handelsverbindungen zu den Magyaren, Walachei, Dubrovnik u.a. Während des 17. Jh. wurde sie als führende Stadt Bulgariens bezeichnet. Vidin wurde Sitz des türkischen Kriegsherrn Osman Pazvantoglu, der sich im Zeitraum 1798-1807 als unabhängiger Herrscher eines umfangreichen Gebietes von Nordwestbulgarien erklärte. In dieser Ära erfolgte eine maßstäbliche Bautätigkeit in der Stadt, es wurden neue Gebäude errichtet und eine moderne Verkehrsinfrastruktur angelegt. In der Mitte des 19. Jh. verstärkten sich mittels der Entwicklung des Schiffsverkehrs die Handelsverbindungen mit Europa. Über den Hafen von Vidin kaufte die österreichische Dampfschifffahrt Erzeugnisse aus ganz Westbulgarien.

Die Stadt ist Zentrum der Vidiner Metropole. Hier befindet sich das Mausoleum des Exarchen Antim l, der erste bulgarische Exarch und erste Vorsitzender des bulgarischen Parlamentes. Es ist die Geburtsstadt des Politikers und Publizisten Naicho Tsankov (1857-1923), des Schriftstellers Mihalaki Georgiev (1854-1916), des Künstlers Jules Pasdn (1885-1930).
Die Festung Baba Vida, die sich am Donauufer befindet, ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt und die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Festung in Bulgarien. Deren grundsteinlegende Errichtung begann in der zweiten Hälfte des 10 Jh. auf den Überresten des römischen Bonomia. Besonders aktiv war der
Festungsbau in der Zarenzeit von Ivan Sratsimir. Sie hat eine unregelmäßig viereckige Form und umfasst Wohn und Verteidigungsbereich, bestehem aus zweireihigen Verteidigungsmau ern mit Türmen und einem tiefen m Wasser gefüllten Wassergraben. De Festungsname ist mit einer Legend über die Boljarin Vida verbunden, di angeblich den Befehl für deren Bai gegeben habe.
Die Burg (Vidiner Festung) stell ein Abwehrsystem dar, das die Verte digung der Stadt vom Fluss und de Landseite her sichern sollte. Gut ei halten und gepflegt sind der ehemal ge osmanische Konak Koluka, errich tet in der zweiten Hälfte des 18. Jh die Krastata Kasarma (Kreuz-Kaserne ein originalmassives zweistöckige Gebäude aus dem Jahre 1801 inForr eines gleichschenkligen Kreuzes, ein Vielzahl religiöser Gotteshäuser –  christliche Kirchen, muslimische Moscheen, jüdische Synagogen, sowie die Mausoleen des Exarchen Antim l und des türkischen Herrschers Mustafa Pascha.

In der Kirche Hl. Pantaleon diente in der Zeit 1800-1802 Sophronius von Vratsa. Andere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Hl. Nikolaus, die Kathedrale Hl. Dimitrios, die Kirche Hl. Petka.
Vidin ist bekannt mit seinem schönen am Flussufer gelegenen Park samt seinem historisch etablierten Charakter und seinem erhaltenen ursprünglichen Gestaltungskonzeptes. Dieses hat eine besondere Stilemischung der Landschaftsarchitektur, den Charakter Englischer Landschaftsgärten tragend und gleichzeitig in Harmonie und Einklang mit den Boskettbarockformen der Sträucher und Gewächse stehend, die die Eigenschaften eines neuen, typisch bulgarisch bezeichneten Stils verleihen. Der Flussuferpark erstreckt sich entlang des Flusses  und bietet herrliche Stellen und Strande zur Erholung.

Etwa 27 km südöstlich von Vidin, in der Nähe des Dorfes Archar befinden sich die Überreste der antiken römischen Stadt Ratiaria. Sie ging im 1. Jh. aus einer Siedlung hervor, die sich neben einer römischen Garnison gebildet hatte. Während des 3. Jh. wurde sie Hauptstadt der Provinz Dakien an der Donau.

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