Koprivshitsa

Koprivshitsa ist eine Museumsstadt und liegt in 1060 m ü. NN an beiden Uferseiten des Flusses Topolka. Unweit ragen die Erscheinungen der beiden höchsten Gipfel im Sredna gora (Mittlerer Wald), der Bogdan mit 1604 m ü. NN und der Bunaya mit 1594 m ü. NN empor. Koprivshitsa entstand Ende des Zweiten Bulgarischen Reiches. Nach Meinung von Nayden Gerov waren Bojaren von Tarnovo die Gründer. Davon zeugt die Sprachverwandtschaft der Koprivshitsanern und der Bewohner von Tarnovo, sowie die Böjarennamen, wie Radomir, Desimir, Debelyan u.a. Konstantin Josef Jirecek erwähnt in seinen Arbeiten, dass Hirten den Anfang dieser Ansiedlung setzten.

Im 14. Jh. begann die Bevölkerung von Koprivshitsa sich mit Viehzucht, Herstellung grober Wollstoffe, Kürschnerei, Färberei und anderer Handwerke zu beschäftigen. Die Koprivshitsanern waren auch sehr gute Händler, die bis hin nach Konstantinopel und Alexandria reisten.

Am 20. April 1876 wurde hier der erste Gewehrschuss abgefeuert, der den Beginn des heldenhaften Aprilaufstandes des bulgarischen Volkes einleitete.

Seit 1965 ist die Stadt ständiger Gastgeber von Volkskunstveranstaltungen.

Koprivshitsa ist eine der wenigen in seiner Gesamtheit erhaltenen Architektur-Ensembles aus der Zeit der Wiedergeburt und ihr größter Reichtum sind die Häuser aus dieser Epoche. Das Oslekov-Haus ist das bekannteste architektur-ethnographische Objekt. Die künstlerischen Holzschnitzdecken, die mit geometrischen Figuren schön bemalten Wände, die exotischen Mosaiks, die alten Drucke und die aufwendig gefertigten dekorativen Gegenstände zeugen vom Leben und geistigen Reichtum vermögender Koprivshitsaner. Im Geburtshaus von Georgi Benkovski werden das Holzgeschütz, die von Rayna Pop-georgieva (Knyaginya) genähte Fahne der Hvarkovata Cheta (Aufständigen-gruppe) und die Waffe des Vojvoda. Im Lyutov-Haus befindet sich die Ausstellung zum Thema Die Schatzkammer des bulgarischen Baugenies.

Das Haus von Dimcho Debelyanov widerspiegelt das Leben und literarisehe Schaffen des größten lyrischen Poeten Bulgariens. Es gibt auch eine Vielzahl an Denkmälern in der Stadt, so das Mausoleum-Beinhaus 20. April ‘ die während des Aprilaufstandes
Gefallenen auf dem zentralen Platz 20. April, das Denkmal Das erste Gewehr an der alten Steinbrücke, an der Stelle, an der der Aufständige Georgi Tihanek den ersten Schuss zum Aprilaufstand abfeuerte, das Denkmal von Todor Kableshkov, der Gedenkstättenkomplex mit der Hauptfigur von Georgi Benkovski.

Eines der rührendsten Denkmale in unserem Land, eine Mutter darstellend, die auf die Rückkehr ihres Sohnes wartet, steht auf dem Grab von Dimcho Debelyanov. Es ist das Werk des Bildhauers Prof. Ivan Lazarov.

 

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