Kalofer

Die Stadt Kalofer liegt wunderschön eingebettet an beiden Flussufern der Tundzha im kleinen Talkessel unterhalb der südlichen Hänge des Gebirgszuges Strazha (eine natürliche Verbindung zwischen dem Balkangebirge und dem Gebirge Sredna gora (Mittlerer Wald). Darüber hoch oben prangt mit seinen mächtigen Schultern der Primus des Balkangebirges, der Berg Botev. Kalofer befindet sich 17 km östlich von Karlovo. Sie ist die Geburtsstadt des berühmten bulgarischen Poeten und Revolutionär Hristo Botev. In der ersten Hälfte des 19. Jh. erreichte Kalofer ihre Blütezeit. Hier gab es über 1 000 Flechtmaschinen zur Herstellung von Textilgeflechten, viele Walkmühlen und Färbereien. Die Handwerker und Händler von Kalofer verkauften ihre Waren u.a. in Istanbul, Wien, Odessa, Bräila. Nicht zufällig wurde es das Altin (Goldene) Kalofer genannt. Im Jahre 1845 wurde die neue große Schule errichtet und 1871 die Mädchenschule. Es wurden auch verschiedene Bildungsvereine gegründet. Kinder der Stadt Kalofer sind auch eine Reihe berühmter Schriftsteller und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus der Zeit der Wiedergeburt, so Exarch Joseph I, Hristo Tupchileshtov, Ivan Shopov (Folklorist und erster bulgarischer Bibliograph) u.a. Viele Kaloferer waren Mitglieder der Chetas (Aufständigengruppen) von Panyot Khitov, Filip Totyu, Hadji Dimitar, Stefan Karadzha und Bacho Kiro. Während des
Befreiungskrieges von der türkischen Fremdherrschaft fiel Kalofer dem Feuer und der Plünderung zum Opfer.

 

Sehenswürdigkeiten des Ortes sind das Haus-Museum Hristo Botev, die Daskal (Lehrer)-Botjov-Schule, der Gedenkstättenkomplex mit dem majestätischen Denkmal für Hristo Botev, das Denkmal für Kalifer Vojvda u.a. Das Nonnenkloster Hl. Geburt der Gottesgebärerin (Maria Geburt) liegt 6 km von der Stadt entfernt an beiden Uferseiten des Byala reka (Weißer Fluss). In seinem oberen Flusslauf bahnt er sich durch die wunderschöne Schlucht Yuzhen (Süd-) Dzhendem, die zum Naturreservat erklärt wurde. Hier befindet sich der Wasserfall Raysko praskalo (Paradies-Spritzer), der höchste auf dem Balkan.

Das Haus-Museum Hristo Botev wurde 1944 eröffnet. Darin wird das bescheidene Umfeld gezeigt, in der der Poet zur Welt kam und aufwuchs. Originalausstellungsstücke sind das Spinnrad und die Nähmaschine der Großmutter Ivanka. In sein Elternhaus kehrte Botev nach seiner Ausbildung in Odessa und seiner Lehrtätigkeit in Zadunaevka zurück. Von hier zog er ins Schwarze Ausland, um nie wieder nach Kalofer heimzukehren und für die Freiheit der geliebten Heimat zu fallen. Zusätzlich zum Haus-Museum öffneten 1973 die Tore vom neuen Ausstellungssaal des Nationalmuseums Hristo Botev. Im Museumsfundus werden über 4 000 Ausstellungsstücke aufbewahrt. Im Souterrain wird die Druckpresse der Zeitung Zname (Flagge) gezeigt, auf der die erste Ausgabe der letzten Zeitung Nova Bulgaria (Neues Bulgarien) von Botev gedruckt wurde.

/en/

 

Facebook Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Ein wertvolles Nachschlagwerk für einen sehr breiten Leserkreis