Gedächtniskirche Alexander Nevski

Der Sakralbau stellt eine fünfschiffige Kirche im neobyzantinischen Stil dar, d. h. eine Kreuzkuppelkirche mit einer akzentuierten Zentralkuppel. Die Alexander Nevski nimmt eine Fläche von 3170 m2 ein und kann 5 000 Menschen aufnehmen. Sie ist der höchste orthodoxe Sakralbau auf dem Balkan. Seine Hauptkuppel hat eine Höhe von 45 m und sein Glockenturm fast 53 m. Deren 12 Glocken wurden in Moskau gegossen und hier her transportiert. Die größte von ihnen hat ein Gewicht von 12 Tonnen, die kleinste wiegt 10 kg und das Gesamtgewicht aller beträgt 23 Tonnen. Bei günstigen Wetterverhältnissen kann man ihren Klang bis zu 30 km Entfernung hören.

Die Kirche wurde als Zeichen der Anerkennung des bulgarischen Volkes für ihre russischen Befreier errichtet. Der Beschluss zum Bau der Kathedrale wurde schon 1879 von der Verfassungsgebenden Versammlung in Tarnovo gefasst. Kurz darauf begann die Kampagne zum Sammeln von Volksspenden.

Es wurde festgelegt, dass der zukünftige Bau auf dem höchsten Punkt des alten Sofia stehen soll. Die Grundsteinlegung erfolgte während außerordentlich beeindruckenden Feierlichkeiten am 3. März 1882. Das Architekturprojekt stammt vom russischen Architekten Alexander Pomeranzev. Der Sakralbau entstand in der Zeit 1904-1912, jedoch während der Kriegs- und Nachkriegszeiten ruhten die fertig zustellenden Arbeiten. Die Verkleidungsarbeiten, die Innenausstattung und die Anfertigung der Wand- und Inneneinrichtungsmalereien waren das Werk einer Vielzahl prominenter bulgarischer und ausländischer Bildhauer, Künstler und Architekten. Die Marmorplastiken wurden in Berlin gefertigt. Die Holzturen sind das Werk von Karl Bamberg, Eigentümer der Möbelfabrik in Wien. Die Beleuchtungselemente wurden in München hergestellt, wobei der zentrale Kronleuchter ein Gewicht von 12 Tonnen aufweist.

Die Alexander Nevski Kathedrale wurde im Jahre 1924 geweiht, 1953 zur zentralen Patriarchalkathedrale und 1955 zum Kulturdenkmal erklärt.

In der Krypta des Sakralbaus befindet sich eine exponierte Kollektion wertvoller bulgarischer Ikonen, Fragmente von Wandmalereien und kirchliche sakrale Gegenstände. Darunter befinden sich die Meisterwerke, wie die Ikone von Poganovo „Hl. Gottesgebärerin Katafygi mit Hl. Johannes der Theologe” von 1395, die Deesis von Nessebar von 1495, Hl. Georg auf dem Thron aus dem 14. Jh. und viele mehr.

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